Die Perimenopause ist eine der bedeutendsten Phasen im Leben einer Frau – und doch wissen viele nicht genau, was in dieser Zeit im Körper passiert. Sie beginnt oft unbemerkt mit hormonellen Schwankungen, die sich durch unregelmäßige Zyklen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen bemerkbar machen. Wussten Sie, dass die Perimenopause bereits in den späten 30ern einsetzen kann und bis zu 10 Jahre dauern kann, bevor die Menopause erreicht ist?
In diesem Artikel erfahren Sie, wann die Perimenopause beginnt, welche Symptome auftreten und welche hormonellen Veränderungen dahinterstecken. Zudem erhalten Sie konkrete Tipps, wie Sie diese Zeit durch natürliche Maßnahmen, Ernährung und gegebenenfalls medizinische Unterstützung besser bewältigen können.
Inhaltsübersicht
- Was ist die Perimenopause?
- Wann beginnt die Perimenopause und wie lange dauert sie?
- Welche Symptome treten in der Perimenopause auf?
- Wie kann man die Symptome lindern?
- Zusammenfassung
Was ist die Perimenopause?
Die Perimenopause ist die natürliche Übergangsphase vor der Menopause und markiert eine wichtigste Phasen der Wechseljahre. In dieser Zeit beginnt der Körper, die Produktion der weiblichen Sexualhormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, allmählich zu reduzieren. Dies führt zu hormonellen Schwankungen, die körperliche und emotionale Veränderungen verursachen können. Obwohl die Fruchtbarkeit in der Perimenopause abnimmt, ist eine Schwangerschaft weiterhin möglich, solange der Eisprung noch stattfindet – daher ist eine geeignete Verhütung wichtig, wenn keine Schwangerschaft gewünscht ist.
Die Perimenopause kann mehrere Jahre dauern und endet mit der Menopause, also dem Zeitpunkt, an dem eine Frau zwölf Monate lang keine Menstruation mehr hatte. Erst dann gilt die Menopause als offiziell eingetreten (Mayo Clinic, 2023).
Wann beginnt die Perimenopause und wie lange dauert sie?
Die Perimenopause beginnt in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, kann aber bei manchen Frauen schon in den späten 30ern einsetzen. Ihre Dauer variiert individuell und beträgt durchschnittlich 4 bis 10 Jahre. Sie endet mit der Menopause.
Wussten Sie schon?
Der genaue Zeitpunkt des Beginns der Perimenopause hängt von genetischen Faktoren, Lebensstil und Gesundheit ab. Frauen, deren Mütter früh in die Wechseljahre kamen, erleben diesen Übergang oft ebenfalls früher. Auch Rauchen, starkes Untergewicht oder chronischer Stress können zu einem früheren Einsetzen der Perimenopause führen. Zudem wird diskutiert, dass Umweltfaktoren wie hormonaktive Substanzen in Kunststoffen oder Pestiziden eine Rolle spielen könnten (NHS, 2021).
Was passiert im Körper ?
In der Perimenopause sinkt zuerst der Progesteronspiegel, wodurch der Zyklus unregelmäßig wird. Gleichzeitig schwankt der Östrogenspiegel stark, was Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen verursacht. Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Produktion des follikelstimulierenden Hormons (FSH), um die Eierstöcke zur Hormonproduktion anzuregen. Diese Schwankungen sind Teil der hormonellen Umstellung, die den Körper auf die Menopause vorbereitet.
Welche Symptome treten in der Perimenopause auf?
Die Perimenopause ist durch hormonelle Schwankungen gekennzeichnet, die eine Vielzahl von körperlichen und emotionalen Symptomen verursachen können. Die Intensität und Häufigkeit dieser Symptome sind individuell verschieden – während einige Frauen kaum Veränderungen bemerken, können andere stark darunter leiden.
Typische Symptome in dieser Phase:
Symptom | Beschreibung |
Unregelmäßige Menstruation | Die Periode kann seltener oder häufiger auftreten, kürzer oder länger dauern und stärker oder schwächer sein. |
Hitzewallungen und Nachtschweiß | Plötzliche Wärmeschübe, oft begleitet von Schweißausbrüchen, insbesondere nachts. |
Stimmungsschwankungen | Reizbarkeit, depressive Verstimmungen oder erhöhte emotionale Sensibilität. |
Schlafstörungen | Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, oft durch nächtliche Hitzewallungen verstärkt. |
Libidoverlust und vaginale Trockenheit | Veränderungen der Sexualhormone können zu verminderter Lust auf Sex und vaginaler Trockenheit führen, was Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen kann. |
Gewichtszunahme und Stoffwechselveränderungen | Der langsamere Stoffwechsel kann eine Gewichtszunahme begünstigen, insbesondere im Bauchbereich. |
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme („Brain Fog“) | Viele Frauen berichten von Vergesslichkeit oder Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. |
Veränderungen an Haut und Haaren | Östrogenmangel kann zu trockener Haut, vermehrtem Haarausfall oder dünner werdendem Haar führen. |
Gelenk- und Muskelschmerzen | Hormonelle Veränderungen können zu Verspannungen, Steifheit oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken beitragen. |
Herzrasen und Blutdruckschwankungen | Durch hormonelle Schwankungen kann es zu gelegentlichem Herzklopfen oder Blutdruckveränderungen kommen. |
Wichtig: Nicht jede Frau erlebt alle diese Symptome. Die Beschwerden können mild bis stark ausgeprägt sein und sich im Laufe der Perimenopause verändern (Cleveland Clinic, 2024).
Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
- Wenn Symptome sehr belastend sind oder den Alltag stark beeinträchtigen.
- Bei stark unregelmäßigen oder sehr starken Blutungen.
- Wenn Herzrasen, Depressionen oder extreme Erschöpfung auftreten.
Hormonstatus überprüfen: Wann ist ein Test sinnvoll?
Da die Symptome der Perimenopause durch hormonelle Schwankungen verursacht werden, kann eine Hormonmessung dabei helfen, Klarheit über die eigenen Werte zu erhalten. Besonders bei starken Beschwerden wie unregelmäßigen Zyklen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen kann es hilfreich sein, die Spiegel von Östrogen, Progesteron oder FSH zu überprüfen.Mit den Homed-IQ Hormontests für Frauen lassen sich diese Werte bequem von zu Hause aus analysieren.
Der Hormontest für Frauen gibt Aufschluss über das hormonelle Gleichgewicht, während der Fruchtbarkeitstest Informationen zur Eizellreserve liefert. Der Wechseljahre-Bluttest misst gezielt Werte wie FSH und Östradiol, um Veränderungen in den Wechseljahren besser einordnen zu können. Alle Ergebnisse werden in ISO-zertifizierten Laboren analysiert.
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Wie kann man die Symptome lindern?
Die Beschwerden der Perimenopause lassen sich durch Lebensstil-Anpassungen, natürliche Methoden und medizinische Behandlungen lindern. Welche Maßnahmen helfen, hängt von der Art und Intensität der Symptome ab.
Hier sind einige bewährte Tipps zur Unterstützung des Körpers während der Perimenopause:
Hitzewallungen und Nachtschweiß reduzieren
- Vermeiden Sie Alkohol, Koffein und scharfes Essen, da diese Hitzewallungen verstärken können.
- Tragen Sie atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern und nutzen Sie leichte Bettwäsche, um nächtliches Schwitzen zu minimieren.
- Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, die Häufigkeit von Hitzewallungen zu verringern.
Schlaf verbessern
- Eine feste Schlafroutine mit regelmäßigen Zubettgehzeiten fördert einen erholsamen Schlaf.
- Vermeide Bildschirme (Handy, Laptop) mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen.
- Kräutertees mit Melisse können eine beruhigende Wirkung haben.
- Achten Sie auf eine ausreichende Magnesium- und Kalziumzufuhr, da diese Nährstoffe den Knochenstoffwechsel unterstützen und Muskelkrämpfen sowie Schlafproblemen entgegenwirken können. Gute Quellen sind Milchprodukte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen oder gezielte Nahrungsergänzungsmittel.
Stimmungsschwankungen ausgleichen
- Bewegen Sie sich regelmäßig – Spaziergänge, Yoga oder moderates Krafttraining fördern die Ausschüttung von Glückshormonen.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren und B-Vitaminen, die das Nervensystem unterstützen und Stimmungsschwankungen abmildern können.
- Pflegen Sie soziale Kontakte, denn der Austausch mit anderen kann helfen, emotionale Schwankungen besser zu bewältigen.
Gewichtszunahme entgegenwirken
- Eine proteinreiche, ballaststoffreiche Ernährung hilft, den Stoffwechsel stabil zu halten.
- Vermeide übermäßigen Zucker- und Weißmehlkonsum, um Blutzuckerschwankungen zu reduzieren.
- Krafttraining kann den Muskelaufbau unterstützen und dabei helfen, den Grundumsatz zu erhalten.
Quellen:Cleveland Clinic, 2024; Brown, 2023
Medizinische Unterstützung bei starken Beschwerden
Wenn die Symptome der Perimenopause das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen, können medizinische Maßnahmen in Betracht gezogen werden:
Hormontherapie (HRT): Wann ist sie sinnvoll?
Die hormonelle Ersatztherapie (HRT, Hormone Replacement Therapy) kann den Mangel an Östrogen und Progesteron ausgleichen und damit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Knochenschwund lindern.
Arten der Hormontherapie:
- Systemische HRT (Tabletten, Pflaster, Gel) → Wird bei ausgeprägten Beschwerden eingesetzt und wirkt auf den gesamten Körper.
- Lokale HRT (Vaginalcremes, Zäpfchen, Ringe) → Wird gezielt bei vaginaler Trockenheit und Harnwegsbeschwerden angewendet.
HRT ist nicht für jede Frau geeignet – insbesondere bei Brustkrebsrisiko, Thrombosen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte sie nur nach einer individuellen ärztlichen Abklärung angewendet werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um Nutzen und Risiken einer Hormontherapie abzuwägen (Cleveland Clinic, 2024).
Zusammenfassung
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause und markiert eine der wichtigsten hormonellen Veränderungen im Leben einer Frau. In dieser Zeit sinken die Spiegel von Östrogen und Progesteron, was zu Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Zyklusveränderungen führen kann. Durch Lebensstil-Anpassungen wie eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gezielte Entspannungstechniken lassen sich viele Beschwerden lindern. Bei starken Symptomen können Hormontherapie (HRT) oder pflanzliche Alternativen eine Option sein – hierbei sollte jedoch eine individuelle ärztliche Beratung erfolgen.
Referenzen
Benefits and risks of hormone replacement therapy (HRT). (n.d.). NHS. Retrieved February 23, 2025, from https://www.nhs.uk/medicines/hormone-replacement-therapy-hrt/benefits-and-risks-of-hormone-replacement-therapy-hrt/
Early menopause. (n.d.). NHS. Retrieved February 23, 2025, from https://www.nhs.uk/conditions/early-menopause/
Henigsman, S. A. (2023, April 21). 11 Natural Ways to Reduce Symptoms of Menopause. Healthline. Retrieved February 23, 2025, from https://www.healthline.com/nutrition/11-natural-menopause-tips
Hormone Replacement Therapy (HRT) for Menopause. (n.d.). Cleveland Clinic. Retrieved February 23, 2025, from https://my.clevelandclinic.org/health/treatments/15245-hormone-therapy-for-menopause-symptoms
Perimenopause. (n.d.). Johns Hopkins Medicine. Retrieved February 23, 2025, from https://www.hopkinsmedicine.org/health/conditions-and-diseases/perimenopause
Perimenopause: Age, Stages, Signs, Symptoms & Treatment. (n.d.). Cleveland Clinic. Retrieved February 23, 2025, from https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/21608-perimenopause
Perimenopause – Symptoms and causes. (2023, May 25). Mayo Clinic. Retrieved February 23, 2025, from https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/perimenopause/symptoms-causes/syc-20354666